Skip to main content

Ukraine: Chronik einer Revolution

9,90 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 12. Dezember 2018 4:01

Produktbeschreibungen

Über den Autor und weitere Mitwirkende

Konrad Schuller, Jahrgang 1961. Geboren in Kronstadt, heute Brasov, Rumänien. Seit 2004 für die „Frankfurter Allgemeine Zeitung“ Korrespondent für Polen und die Ukraine und mittlerweile auch für die baltischen Staaten mit Sitz in Warschau. 2012 ausgezeichnet mit dem „Deutsch-Polnischen Journalistenpreis“ und dem „Liberty Award“. Merkt an, schon in jungen Jahren habe er erfahren, „dass Armut lästig ist, ideologische und nationale Ausgrenzung aber unerträglich“.

Leseprobe. Abdruck erfolgt mit freundlicher Genehmigung der Rechteinhaber. Alle Rechte vorbehalten.

„…Vielleicht wird dieses ganze Schauspiel der ukrainischen Emanzipation und Selbstprüfung, der atemberaubende Widerstandsgeist der Kiewer Demonstranten gegen die Diktatur, aber auch das mögliche Scheitern dieses großen neuen Aufbruchs im Osten und die Wiederkehr jahrhundertealter großrussischer Träume einmal als ein bestimmender Augenblick in der europäischen Geschichte gelten. Vielleicht werden diese Monate des Kampf am Majdan und des Widerstands im Donbass, ihre Entschlossenheit und ihre Angst, ihr Scheitern und ihre Euphorie, einmal als „Geburt einer Nation“ in die Erinnerung Europas eingehen. Vielleicht ist der eindeutige Ausgang der Präsidentenwahl und der haushohe Sieg des „europäischen“ Kandidaten Poroschenko tatsächlich der Beginn einer neuen Ära, und vielleicht ist der Kampf um das Donbass, wie immer er ausgehen wird, ein integraler Bestandteil dieses Schauspiels. Vielleicht hat sich die Ukraine, die auf der mentalen Landkarte Europas nie einen sicheren Platz hatte, sich erst durch diesen Kampf eine bleibende Präsenz in der Mitte der historischen Nationen dieses Kontinents sichern können. Das alles mag wahr sein. Zugleich ist es aber auch wahr, dass Hunderte, die in dieses Drama begeistert hineingezogen sind, sein Ende nicht mehr erlebt haben. Sie werden sich zu dieser Frage, ob ihr Tod einen Sinn hatte oder nicht, nicht mehr äußern können.
Ende Februar, als Janukowitsch gerade gestürzt war und Zehntausende am Majdan von den Toten Abschied nahmen, habe ich zum ersten Mal diese drei ukrainischen Worte gehört, die große Illusion aller Revolutionen und ihr großes Versprechen zugleich: „Heroji nje wmirajut“ – Helden sterben nicht. Männer und Frauen knieten unter offenem Himmel nieder, sie küssten nach ukrainischem Brauch die Gesichter der Erschossenen, sie wiederholten es tausendstimmig, tausendmal: „Helden sterben nicht“ und in den offenen Särgen zog still und feierlich der Beweis ihres Irrtums vorbei, das Unterpfand ihrer großen Hoffnung.“

Ukraine: Chronik einer Revolution

Eine Revolution in einem europäischen Land – nicht anders kann man das beschreiben, was sich seit November 2013 in der Ukraine abspielt. Die Volksbewegung auf dem Majdan in Kiew führt dazu, dass ein räuberischer Präsident flieht, eine neue provisorische Führung wird eingesetzt, Russland übernimmt die Krim und tut alles, um den Osten der Ukraine zu destabilisieren, ein neuer Präsident wird dennoch mit überzeugender Mehrheit gewählt, aber das Land steht im Osten am Rande eines Bürgerkriegs. Konrad Schuller, Korrespondent der „Frankfurter Allgemeinen Zeitung“, hat die Revolution in der Ukraine direkt begleitet, vor Ort in Kiew, in Lemberg, auf der Krim oder im Osten. Diese ganz aktuelle „Flugschrift“ versammelt Reportagen, Berichte und Analysen Schullers aus der Zeit von November 2013 bis Ende Mai 2014 – eine erste Chronik dieses historischen Prozesses, genau, unideologisch und sehr gut geschrieben.


9,90 €

inkl. 19% gesetzlicher MwSt.Zuletzt aktualisiert am: 12. Dezember 2018 4:01